Striding Across Europe North2South

Eine Pause einlegen, in den Leerlauf schalten, ausrollen, stehenbleiben, sich umsehen, zurückblicken, nach vor schauen, … Gedanken, die mir seit einiger Zeit durch den Kopf gehen. Für Wiederholungen war ich eher weniger zu begeistern, weshalb jede Art von Meisterschaft mir ein unerreichbares Ideal bleiben wird, außer vielleicht jener der Neugier.
Die Kenntnis oder zumindest Bekanntschaft der Vielfalt ist mir lieber und schon darin müssen in dieser großen Welt viel zu viele Abstriche gemacht werden. Ergo empfinde ich jeden Verlust von Vielfalt als Schmerz, sei es durch natürliche Prozesse (aber die sind selbst bereits als gefährdet anzusehen) oder durch unser Tun herbeigeführte. Es wird achtlos Unwiederbringliches zerstört oder in Formen gepresst ohne das man davon hätte ausreichend Notiz nehmen hätte können oder geschweige denn etwas davon lernen können. In einer idealen Gedankenwelt sollte dies so nicht sein.

Aber wahrscheinlich ist die Vergänglichkeit natürlicher als ich glaube und der Wunsch alles zu bewahren ein zutiefst menschlicher. Wann fließt schon der selbe Tropfen Wasser durch den selben Bach? Sich gegen das Abstumpfen und Versinken im Alltag zu wehren scheint mir aber von Zeit zu Zeit notwendig und derzeit besonders.

In der eingangs angeführten Gedankenfetzen fehlt mir noch etwas, womit im Alltag selbst auferlegte Einschränkungen (auf das Mögliche oder Vernünftige) durchgebrochen werden kann . Etwas Unmögliches, Ungehörtes, vielleicht auch Unerhörtes, jedenfalls etwas Einfaches, weil kompliziert ist das Leben genug, damit wieder neuer Schwung einkehrt. Vergriesgnadelte Schrauben gehören gelockert, Gelenke geschmiert, Staub abgeblasen und Rost entfernt.
Dazu gilt es die Zeit zu sprengen und den Takt und einen eigenen Rhythmus neu zu finden, vielleicht auch eine neue Melodie mit kosmischen Akkorden, wer weiß. Ein neuer Tanz kann entstehen, ein Schritt zurück, ein Sprung zur Seite, eine Rolle vor und dann vielleicht eine Drehung.
Nach unten, oben und auf die Seiten sehen eröffnet dem Passagier auf eingefahrenen Gleisen  neue Inspiration und vielleicht auch die Möglichkeit vom Weg abzuzweigen.

Dazu hilft einen unbekannten Weg einmal zu gehen und das haben wir vor. Nach der erfolgreichen Durchquerung von Ost nach West rollen wir nun mit unseren Fahrrädern von Nord nach Süd durch Europa. Vom Polarkreis bis ans Mittelmeer.

Da mir dies als Aufgabe zu schön ist und das Treiben nicht zu einem Trudeln wird, halte ich mich an einem gedanklichen Seil fest, dass ich hier als Frage für den Weg mitnehme:

Was ist das Gemeinsame über Klimazonen hinweg, über Naturräume, kulturüberspannend, über die Geschichte und Geschichten hinweg, das Europa zusammenhält?

Ich werde versuchen darüber etwas herauszufinden und gegebenenfalls auch in diesem Blog zu teilen.

Über klausjerlich

cyclist, recyclist, traveler, listener, talker...
Dieser Beitrag wurde unter For all out .., Philosophie aus der Jackentasche, Rad Nomad(en) - quer durch EU, Vom Polarkreis zum Mittelmeer veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Striding Across Europe North2South

  1. Pingback: Auf dem Weg von Norden nach Süden « KulturImPuls

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s