30.05.1992, Deutschmatura

Wer kann sich nicht an die Zeiten erinnern, als verwegene Kapitäne mit ihren Raumschiffen durch das All zogen, um fremde Welten zu erforschen und neue Intelligenz zu finden? Wie gebannt sitzen Kinder und Jugendliche vor dem Fernsehschirm und verfolgen die Geschichten. Manch einer wird sagen, jene Serien sind zu unglaubhaft, doch hat nicht die Realität die Fiktion schon längst überholt?

In die Zukunft sehen war immer schon ein Traum der Menschheit, und in unserer heutigen Zeit wird dieser Traum in manchen Bereichen Wirklichkeit. Großrechner mit unglaublicher Leistung können Voraussagen treffen, die zu einem hohen Prozentsatz auch zutreffen. Einige Prognosen können aber auch leicht mit dem menschlichen Verstand gemacht werden. Das Transportwesen, sprich Auto, Flugzeug, Bahn, stellt heutzutage die Basis für Industrie, Wirtschaft aber auch für den einzelnen dar. Verbrennungskraftmotoren, mit herkömmlichen Treibstoffen wie Benzin und Diesel, werden in dieser Beziehung hoffentlich bald veraltet sein. Der Trend geht auch heute schon in die Ausnützung alternativer Energien. Der Grund für diesen noch zu vollziehenden Wandel liegt auf der Hand. Abgasemissionen, Lärmbelästigung und tausende Verkehrstote verlangen neue Transportarten im öffentlichen wie auch im individuellen Verkehr. Patentlösungen gibt es jedoch wie so oft keine. Kompromisse müssen geschlossen werden, um weiterhin miteinander auszukommen.

Meiner Meinung nach muss sich das Bewusstsein ändern, um verantwortlicher gegenüber anderen zu werden und vielleicht sogar Abstrich der eigenen Freiheit in Kauf zu nehmen.

Ein Weg, um die Umweltbelastung durch Verbrennungskraftmotoren einzudämmen, ist sie zu vermeiden. Grundvoraussetzung dafür ist das Kommunikationsnetz. Wenn eine Person mit einer anderen Person über Bildtelephon oder andere Einrichtungen kommunizieren kann, so ist es nicht mehr notwendig, sich persönlich zu treffen. Primär betrifft dies Industrie und Wirtschaft. Um die Situation im Reiseverkehr zu verbessern, müssten vernünftige Konzepte mit flexibleren Urlaubszeitenerdacht werden. Halbleere Flugzeuge und auch Autos müssen in Zukunft vermieden werden.

Ein weiterer Aspekt ist, ob und wie sich unser Alltag in der Zukunft verändern wird. Natürlich spielt in diesem Bereich auch der Verkehr eine Rolle, doch gemeint ist – wie Arbeits- und Freizeit verbracht werden. Schon jetzt wird die Zeit, die man am Arbeitsplatz verbringt, ständig kürzer. Betroffen sind vor allem Pensionisten, die sich nach einem Leben voller Arbeit nicht an das “Nichtstun“ gewöhnen können. Ausweg aus der Lethargie muss schon während des Arbeitens in zahlreichen Hobbies gefunden werden.

Auch das Konsumverhalten wird sich durch neue Möglichkeiten verändern. So ist es heute schon möglich, von zuhause über einen Computer einzukaufen. Ziel soll diese unpersönliche Art und Weise aber keinesfalls sein, sondern vielmehr ein Mittelweg zwischen effizienter, schneller Bedienung und persönlicher Beratung und Service.

Die größter Herausforderung in der Zukunft wird sein, wie wir alle mit unserem Planeten, der die längste Zeit einmal blau war, umgehen werden. Werden wir eine lebenswerte Umwelt oder eine „Un-welt“ für unsere Nachkommen hinterlassen?

Unser verantwortungsloses Verhalten wird unserer Generation vielleicht noch nicht auf den Kopf fallen, irgendwann jedoch werden die Auswirkungen für jeden spürbar werden.

Nirgendwo sonst sind die Ziele so genau definiert wie im Bereich des Umweltschutzes, doch während der kleine Mann Abfälle trennt, Umweltschutzpapier verwendet, Batterien sammelt, Aluminiumdosen meidet, vertrauen Politiker an verantwortungsvollen Stellen auf ihre Nachfolger und stehen den Industrie Lobbys Privilegien zu. Die Auswirkungen dieser Tatlosigkeit ist, dass Umweltkonferenzen, wie in Rio de Janeiro, zu einer Farce werden – noch ehe sie begonnen haben. So wird es in der Zukunft nicht weitergehen können.

Ich befürchte aber, dass jene Herren an den geeigneten Stellen die globale Erwärmung erst dann bemerken werden, wenn die Klimaanlagen in ihren Sitzungssälen ausfallen und ihr Mineralwasser warm wird.

Bis dahin werden tropisch Regenwälder abgeholzt, Treibgase verwendet, Supertanker auflaufen und zerbersten, oder auch nur ihre Tanks mit Meerwasser waschen, neue Kernkraftwerke gebaut und kaputte alte zubetoniert.

All dies geschieht in dem Bewusstsein, dass die Sonne an jedem einzelnen Tag so viel Energie liefert, dass wir unseren Energieverbrauch noch etwas steigern müssten, was uns zweifelsohne nicht schwer fallen würde, um alles zu nützen.

Jede Initiative, die in Richtung Nutzung alternativer Energieformen geht, wird jedoch mit Auflagen und Zwängen belegt. Man wird abwarten müssen, bis das Bewusstsein sich in den Köpfen der richtigen Leute ändert, um dann noch verstärkt auf positive Veränderungen zu drängen.

Ich selbst habe mich dem „Un-welt“ Schicksal noch nicht ergeben. Mein persönliches Ziel ist nicht nur soviel wie möglich für die Umwelt zu tun, sondern auch so viele Leute wie möglich in diesem Bestreben mitzureißen. Schließlich ist es die Masse der Gleichgesinnten, die erst etwas bewirken kann. Klar ist dabei, dass jeder Mensch Kompromisse in dieser Beziehung, die eigentlich keine Kompromisse zulässt, eingeht. An diesem Faktum soll die Sache auch nicht scheitern, aber wenn jeder Mensch einen Teil für die Erhaltung und die Wiederherstellung unserer Umwelt beiträgt, sind wir auf dem richtigen Weg in die Zukunft.

Über klausjerlich

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Eine Antwort zu 30.05.1992, Deutschmatura

  1. traudljerlich schreibt:

    Nach 25 Jahren noch immer DAS Thema!

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